Omnium Gatherum/Skálmöld/Stam1na (19.11.2017, Köln, Jungle Club)

Omnium Gatherum/Skálmöld/Stam1na (19.11.2017, Köln, Jungle Club)

Mit der Show am 19. November 2017 im Kölner Jungle Club endete die Europa-Tournee der drei nordischen Bands Omnium Gatherum, Skálmöld und Stam1na. Und wie es bei der letzten Show einer langen Tour Tradition ist, spielten sich die Bands gegenseitig kleine Streiche auf der Bühne. Wir waren live dabei.

Das Aufwärmprogramm an jenem Abend übernahmen Stam1na aus Finnland, die in ihrer Heimat recht bekannt sind und stets tausende von Fans zu ihren Konzerten locken. Daher schien es für die „Kenner“ wohl recht ungewöhnlich, die Metaller auf der Europa-Tournee plötzlich als Support-Band zu erleben. Die Herren müssen außerhalb ihrer Heimat halt erst einmal Fuß fassen, was allerdings nicht gerade einfach ist, wenn man auf Finnisch singt. Dafür schienen Stam1na ein paar Hardcore-Fans von zuhause „mitgebracht“ zu haben, die in der ersten Reihe ordentliche Stimmung machten und die Haare kreisen ließen zu den heftigen Klängen der fünfköpfigen Truppe – die im Übrigen schon mehrfach in Köln gastierte. Während des gut 45-minütigen Auftritts im Jungle Club kam plötzlich der Sänger von Omnium Gatherum, Jukka Pelkonen, auf die Bühne und flößte den Musikern beim Spielen Bier ein. Gag Nummer 1!

Als nächstes waren Skálmöld aus Island an der Reihe, die sich zu sechst ein wenig auf der kleinen Bühne „quetschen“ mussten. Das Publikum stand nun ebenso dicht gedrängt bis in die hinteren Ecken des Clubs. Der isländische Viking-/Folk-Metal kam super bei der Menge an – auch wenn die meisten Zuschauer hier textlich ebenso wenig wie bei Stam1na verstanden haben dürften. Dafür waren die Ansagen der Band immerhin auf Englisch. Meistens. Und wie schon die Supporter blieben auch Skálmöld nicht von „Streichen“ verschont. So bekam etwa Gitarrist Baldur Ragnarsson plötzlich von den Stam1na-Jungs einen Kapuzenpulli angezogen – sie dachten wohl, der arme Kerl würde mit nacktem Oberkörper frieren, haha. Der bärtige Bassist Snæbjörn Ragnarsson bekam später noch einen weißen Zettel auf die Brust geklebt – mit der Aufschrift „Steve“. Ein Insider?

Als Headliner stürmten schließlich die Finnen Omnium Gatherum die Bühne und lieferten trotz Show 25/25 noch 100 Prozent Energie ab. So flogen bei ihrem Auftritt mit Krachern wie „Skyline“, „Frontiers“ und dem neuen Song „Blade Reflections“ ohne Ende die Haare (und Bärte). Frontmann Jukka ließ es sich auch nicht nehmen, immer wieder auf Tuchfühlung mit den Fans zu gehen und mit dem einen oder anderen Arm in Arm zu bangen. Dazu sprang er auch einmal kurz direkt in die Menge. Zudem ließ er sich von einem der Zuschauer mit Bier versorgen, von einem anderen zu einem Selfie hinreißen. Ansonsten ward auch immer wieder Gitarrist Markus Vanhala im Fokus, wenn er seine wilden Gitarrensoli präsentierte oder zusammen mit Ersatzbassist Pyry Hanski im „Duett“ rockte. Für ihren Einsatz wurden sie von Skálmöld mit Schnaps belohnt und von Stam1na-Frontmann Antti Hyyrynen bekamen insbesondere Pyry und Markus neue Frisuren sowie eine „Kriegsbemalung“ im Gesicht verpasst, während man Keyboarder Aapo Koivisto den Bart kämmte. Sehr amüsant! Gegen 23 Uhr war das musikalische und optische Melodic-Death-Metal-Spektakel dann leider vorbei, doch ließen sich alle Musiker im direkten Anschluss noch am Merchandise-Stand im Keller des Jungle Clubs blicken, um noch ein wenig mit den Zuschauern zu plaudern.

Text & Fotos: Lea Sommerhäuser

http://www.omniumgatherum.org/
https://www.facebook.com/skalmold/
http://www.stam1na.com/

 

25 November 2017

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