Lord Of The Lost – Auf feurigen Pfaden

Lord Of The Lost – Auf feurigen Pfaden

Erst kürzlich legten Lord Of The Lost 12.000 Kilometer on the road in den USA zurück, dicht gefolgt von einer 6-Städte-Tour durch Deutschland, auf der die Dark-Rocker bereits einen ersten Einblick in ihr neues Album „From The Flame Into The Fire“ gewährten. Laut Frontmann Chris Harms ist es „schneller, härter [und] wütender“ als der Vorgänger.

„‚Die Tomorrow‘“ ist bewusst sehr poppig ausgefallen. Doch statt – wie von vielen erwartet – diesen Weg weiterzugehen, haben wir nochmals einen Gang hoch geschaltet“, so der Bandkopf im Interview. Bereits der Albumtitel beschreibe den Anstieg des Energielevels. Gleichzeitig sei er ein schönes Bild für den Karrierestatus der Band: „Die Flamme brennt gerade und wir werden überall wahrgenommen. Jetzt wollen wir mehr, das ganz große Feuer …“, gibt sich Chris, der dem Songwriting-Prozess stets viel Zeit schenkt, selbstbewusst. „Wir beginnen bereits weit vor der Fertigstellung der nächsten Platte mit dem Songwriting für die übernächste“, erklärt er. „So geben wir den Songs Zeit zu wachsen.“ Für „From The Flame Into The Fire“ entschied sich der Sänger und Gitarrist dabei bewusst, mit vielen Songwritern aus seinem Umfeld zusammenzuarbeiten, um sich stilistisch nicht zu schnell im Kreis zu drehen.

Chris‘ Texte wiederum sind „eine Melange aus selbst erlebten Gefühlen, Träumen und Wunschträumen, Wut über die Unzulänglichkeit unserer Spezies und all unserer selbst geschaffenen Probleme und falschen Propheten, bewusster Provokation und purer Fiktion.“ Man dürfe dabei nicht Chris Harms als Person in jedem Text suchen – sonst wäre er wohl ein hochgradig gestörter Soziopath. „Der Großteil der Songs wirft weltliche und religiöse und damit persönliche Fragen auf, die mich bereits als Jugendlicher in Atem hielten und die heutzutage kein Stück weniger relevant geworden sind“, ergänzt der Frontmann. „Aber natürlich gibt es Ausreißer, die damit nichts zu tun haben. LOTL waren schon immer ein Stück weit auch einfach nur eine Partyband“, zur der neben Chris, Gitarrist Bo Six, Basser Class Grenayde und Multiinstrumentalist Gared Dirge seit Kurzem auch der neue Drummer Tobias Mertens zählt.

Produziert wurde die neue Platte von Chris in Zusammenarbeit mit dem inzwischen eingespielten LOTL-Studioteam. Der Brand in den Hammer-Studios, bei dem zum Glück niemand ernsthaft verletzt wurde, warf die Band dabei zeitlich etwas zurück. Grundsätzlich wurde das Recording aber bewusst über etwas mehr als ein Jahr gestreckt, um genügend Zeit für Reflexionen zu haben. Das Ergebnis ist eine Platte mit insgesamt 13 Tracks, von denen „Afterlife“ und „La Bomba“ als Singles ausgekoppelt wurden. „‚Afterlife‘“ tut nicht weh und ist wie ein Aperitif, der klar macht, wohin die Reise ungefähr geht“, kommentiert Chris. Und „La Bomba“ sei „ein Song, der auch den bleichsten Gothic-Uhu zum Grinsen bringt.“ So möglicherweise auch im Herbst, wenn Teil II der „Into The Fire“-Tour ansteht. „Wir hoffen auf eine sehr persönliche Tour“, so Chris, „auf der wir unseren Fans wieder etwas näher sein können als beim ersten Tourteil.“

Lea Sommerhäuser www.lordofthelost.de

27 Juni 2014

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