Monica Richards & Anthony Jones – Über Gothic und Symbiosen

Monica Richards & Anthony Jones – Über Gothic und Symbiosen

Monica Richards ist seit Dekaden dafür bekannt, Grenzen zu sprengen und den Gothic-Begriff um neue Facetten zu erweitern. Mit Anthony Jones fand sie nun den kongenialen Partner. Auf Syzygy verschmelzen sie eigene Songs so perfekt miteinander, dass daraus eigenständige neue Werke entstehen. Kurz vor ihrem diesjährigen Auftritt im Rahmen des Wave Gotik Treffen sprachen wir mit den Beiden.

Liebe Monica, lieber Anthony, danke für dieses tolle Album. Wie seid ihr auf die Idee zum homogenen Mashup Eurer alten Werke gekommen?

Monica: Anthony hatt mich wegen einer gemeinsamen Show kontaktiert und kam mit einigen wundervollen Ideen. Er wollte zuerst einige meiner Songs für Live-Auftritte in seine Setliste integrieren, daraus wuchs dann die Idee unsere Musik gemeinsam zu verschmelzen.

Was bedeutet Syzygy?

Anthony: Syzygy ist zu einem esoterischen Begriff geworden, um die Verbindung von Gegensätzen zu einem Ganzen zu beschreiben. Monica und ich suchten nach etwas, das der kollaborativen Essenz dieser EP entsprechen würde und dieses mystische und philosophische Wort scheint das am besten zu erfassen.

Wie geht es eigentlich mit Euren Solo-Karrieren weiter? Gibt es Pläne?

Monica: Ich genieße esm mein eigenes Ding zu machen! Ich habe gerade einen Film für Juliet Landau gedreht, und habe viel Spaß dabei, Musik zu schreiben und sie mit den bewegten Bildern auf ein anderes Niveau zu heben. Ich habe auch Pläne für ein klassisches Album. Das ist aber noch nicht konkrekt.

Anthony: Ich habe kürzlich ein „Best of“ -Album veröffentlicht, das Tracks all meiner Soloalben enthält. Es gibt ein paar Dinge, an denen ich arbeiten möchte, z.B. eine Operette, die ich hoffentlich in Zukunft auf die Bühne bringen kann.

Monica – Du bist aktive Tierschützerin. Wie sehr inspiriert das deine musikalische Arbeit? Wie viel hilft die Musik Deinem Aktivismus? Wie schaffst du das zeitlich?

Monica: Meine Ranch und meine eigenen Tiere fressen viel Zeit. Wir leben an den Hängen der San Gabriel Berge, dort gibt so viele Ranchs mit Tieren. Ich bin so froh, dass die meisten Menschen, die um mich herum leben, in der Tierrettung engagiert sind. All dies führt zurück zu meiner kreativen Arbeit und erlaubt es mir zu spüren, dass es so viel mehr gute Menschen gibt, die tolle Arbeit leisten, um dem Planeten zu retten – im Gegensatz zur Flut des wütenden Mülls im Internet oder in den Nachrichten.

Anthony – du bist dafür bekannt, ein Wolfsfreund und Beschützer zu sein. Wie kam deine Faszination für dieses Tier?

Anthony – Ich bin mit vielen Tieren aufgewachsen und war auch immer in der Nähe vieler exotischer Tiere. Ich habe die Wolf Mountain Sanctuary entdeckt, nachdem ein guter Freund seine Erinnerungen an Tonya Littlewolf und ihre bedeutungsvolle Arbeit mit mir geteilt hatte. Zur Wiedereinführung des Wolfes in die Wildnis zu lesen hat mich begeistert. Wölfe sind ein so wichtiger Teil des Ökosystems und es war auch wunderbar zu sehen, wie sich ihr vormals so negatives Image verändert hat. Die Märchenversionen des Wolfes sind ja nett, aber die Wahrheit über diese großartigen Tiere ist so viel phantastischer.

Wie entscheidest ihr über Tempo und Tonart, wie entsteht das Arrangement Eurer Mashups?

Monica: Das ist bei jedem Stück anders, aber bei dieser CD hat Anthony hauptsächlich mit den Songs experimentiert und sie mir dann gesendet. Ich liebe seine Ästhetik und seinen Stil, er traf immer genau einen Nerv mit seinen Songs und Ideen! Wie bei „Dominion of the Furies“ hatten wir die Idee, dass ich die „Chorus of the Furies“ – Stimmen, die ich bei Faith und der Muse gesungen hatte, hinzufüge, also sandte er mir die Spur mit dem entsprechenden Raum im Arrangement.

Was können wir auf Eurem WGT Auftritt erwarten?

Monica: Es wird ein bisschen von allem sein, inklusive einer Multimedia-Show die Oldschool, klassische Gothic, Tribal Beats, Electro, Acappela und viele andere Elemente kombinert. Dazu haben wir einige Überraschungsgäste.

Gothic hat im Laufe der Jahrzehnte eine gewaltige Entwicklung hinter sich gebracht. Du warst immer ein aktiver Teil dieser Bewegung. Wie fühlst du dich heute als Gothic? Was bedeutet Gothic für dich heute?

Monica: Wenn du in den 1980er Jahren in das Publikum bei Strange Boutique Shows geschaut hast, also damals, als wir als Inbegriff von „Gothic“ und „Doom and Gloom“ galten, waren die Kids alle so verschieden. Da gabe es in trauter Runde Punkrocker, Menschen die sich als Nosferatu verkleidet hatten, es gab Skinheads, Biker, Metalfans und „normale Leute“, die nur die Musik genossen hatten … die Musik war in den Herzen, nicht die Mode. Dann kam diese wahre Blütezeit des klassischen Goth-Stil. Anfangs hatte ich meine eigenen Kostüme und Kopfschmuck entworfen. Es hat mich schon verletzt, Geschäfte und Kataloge zu sehen, die auftauchten und meine Kleidung in „fertig“ verkauften. Ich glaube, dass fast alles in den Massenmarkt übergegangen ist. Es scheint jetzt so einfach zu sein, Hörner und Kostüme aus China zu bekommen, aber ich denke, die wahre Idee von Goth wird immer in den Herzen bleiben. Ich liebe es, junge Goth Kids zu treffen, die die alte Musik hören oder gar ihre eigene Musik machen und ihre eigenen Kostüme entwerfen.


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15 Mai 2018

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