Omnium Gatherum – „Mit Blut und Seele“

Omnium Gatherum – „Mit Blut und Seele“

Ende Februar werden die finnischen Melodic-Death-Metaller Omnium Gatherum ihr neues Werk „Grey Heavens“ veröffentlichen, das laut Markus Vanhala mit „Blut und Seele“ kreiert wurde. Den Bandchef und OG-Gitarristen ans Telefon zu bekommen, ist gar nicht so einfach, da er recht häufig „im Namen der Musik“ unterwegs ist und nebenbei auch noch Gitarrenunterricht gibt. In dieser Woche hatten wir Markus dann doch endlich mal an der Strippe und führten mit ihm ein Gespräch über Star Wars, Bikinis, Nackenschmerzen und natürlich das siebte Studio-Album „Grey Heavens“.

NEGAtief: Markus, du bist gerade erst aus dem „Urlaub“ zurückgekehrt. Wie war es in Dubais Wüste?

Markus: Die Wüste dort drüben ist ein bisschen anders als die weiße Wüste, die gerade in Finnland vorherrscht. Doch der Arbeitstrip nach Dubai war super. Wir spielten mit Insomnium [eine zweite Band, in der er sehr aktiv ist] nur eine einzige Show und dann hatten wir acht Tage Freizeit. Das war großartig! Nun bin ich lediglich für eine Woche hier in Finnland, ehe es am Montag nach Miami zur „70.000 Tons Of Metal“-Kreuzfahrt geht. Meine Wenigkeit, der andere Markus [Schlagzeuger von Insomnium] und Olli [Lichttechniker] werden drei freie Tage in Miami genießen, während die Bootsreise fünf Tage dauert und wir zwei Gigs mit der Band spielen. Die komplette Woche gleicht also mehr einem Urlaub. [lacht]

NEGAtief: Du musst also deine Badehose einpacken…

Markus: Definitiv meine Bikinis für die heiße Wanne.

NEGAtief: Es wird auch viele Drinks geben, nehme ich an…

Markus: Cocktails, Pina Coladas und Mojitos… Wir reisen nach Jamaika und das Boot ist voll mit befreundeten Bands und Label-Partnern, das wird ein großer Spaß.

NEGAtief: Doch nun müssen wir über Omnium Gatherum und euer neues Album „Grey Heavens“ sprechen…

Markus: …über das du eine sehr gute Kritik geschrieben hast, vielen Dank dafür!

NEGAtief: Gern geschehen. Es ist ein gutes Album, 10 von 10 Punkten sind somit wohlverdient. Ich habe mich nur gefragt, zumal du auch letztes Jahr viel unterwegs warst, zunächst auf Europa-Tour mit Ensiferum, Insomnium und Omnium Gatherum, dann auf Nord-Amerika-Tour mit Insomnium und Omnium Gatherum… Wann hattest du überhaupt Zeit, Songs fürs neue Album zu schreiben?

Markus: [lacht] Keine Ahnung. Mein letztes Jahr war verrückt. Doch glücklicherweise begannen wir bereits nach der US-Tour 2014 damit, „Grey Heavens“ zu schreiben. Die Songs sind somit hauptsächlich zu jener Zeit entstanden. Anfang letzten Jahres war ich dann zunächst mit Insomnium auf Tour in den USA, dann fand die „Double Trouble“-Europa-Tour statt, danach ging es mit Insomnium nach Australien und Japan, so dass ich im Grunde keine Freizeit hatte. Die komplette erste Jahreshälfte von 2015 war ich auf Tour. Direkt nach der Australien-/Asien-Tour ging es dann ins Bandcamp mit Omnium Gatherum und wir hatten lediglich ein langes Wochenende Zeit zu proben, ehe wir ins Studio wechselten, um das neue Album aufzunehmen. Da bestand ein gewisses Risiko, doch letztlich hat alles geklappt.

NEGAtief: Schreibst du Songs auch unterwegs oder nur daheim in Kotka?

Markus: Wenn ich auf Tour bin, kann ich keine Songs schreiben. Ich bin dann immer zu angespannt und widme mich lieber dem Sightseeing und sozialen Kontakten. Zum Schreiben muss ich allein sein.

NEGAtief: Sitzt du dann in deinem „Keller“?

Markus: Ja, hauptsächlich. Ich muss allein sein, meist schreibe ich nachts, dann stört mich niemand und keiner ruft an. Totale Entspannung.

NEGAtief: Du bist also eine Nachteule?

Markus: [lacht] Ja. Auf Finnisch heißt es „pöllö“.

NEGAtief: Was waren deine Inspirationsquellen für „Grey Heavens“?

Markus: Das ist eine schwere Frage. Wir sind eine alte Band, seit Gründung von OG sind bereits 20 Jahre vergangen, somit sind wir alt genug, um uns selbst zu inspirieren. Wir wissen bereits, wie diese Band klingen soll, was unser Markenzeichen ist, man lässt sich also nicht mehr so sehr von anderen Bands beeinflussen. Natürlich ist Musik immer eine große Inspiration, doch nicht mehr so wie früher, als wir die Band gründeten und wie In Flames und Death klingen wollten… Heutzutage machen wir unser eigenes Ding. Eine Inspiration für das Albumkonzept in musikalischer Hinsicht war es vielleicht, dass ich diesen „Empire Strikes Back“-Vibe aufgreifen wollte – was bedeutet: Ich bin ein Star-Wars-Nerd. [Gelächter] Das „Beyond“-Album sowie auch „New World Shadows“ beginnen langsamen und haben beide lange Intros. Diesmal wollte ich mich direkt in den Kampf begeben, das Album sollte mit einem Schlag ins Gesicht beginnen und dann den Konflikt beenden anstatt einfach auszuklingen.

NEGAtief: Wie gefällt dir der neue Star-Wars-Film?

Markus: Sehr gut.

NEGAtief: Ich habe verschiedene Meinungen dazu gehört…

Markus: Mir ist es schleierhaft, wie man den Film hassen kann, wenn man ein Star-Wars-Freak ist. Der Film ist so viel besser als die drei vorherigen. Ich liebe natürlich die ersten drei Filme, doch die drei neueren waren nicht ganz so gut. [lacht] Der allerneuste Film ist wieder ein bisschen „old school“.

NEGAtief: Inwieweit haben die anderen Bandmitglieder eigene Ideen ins neue Album einbringen können?

Markus: Nun, Jukka verfasst alle Songtexte und kümmert sich auch um fast alle Gesangsarrangements. Jeder in der Band arrangiert im Grunde die Musik mit – es gibt keine Diktatur. Ich spiele den anderen Jungs immer meinen Kram vor und wenn er ihnen nicht gefällt, wird er eben begraben. Wir verhalten uns und arbeiten also wie eine Band.

NEGAtief: Wie hört sich OGs Melodic Death Metal im Jahr 2016 an?

Markus: Ich glaube, wir werden alt und wütend. [lacht] Das neue Album ist möglicherweise aggressiver und böser als die beiden Vorgänger – und nicht so episch. Wir haben versucht, ein bisschen kürzere und direktere Songs zu kreieren.

NEGAtief: Das war auch mein Eindruck. Besonders der letzte Song ist recht heavy und wie ein Schlag ins Gesicht…

Markus: Ja, das war der Plan. Das „Beyond“-Album wie auch „New World Shadows“ waren recht episch – nun wollten wir ein wenig zurück zur „The Redshift“-Ära.

NEGAtief: Und warum bezeichnet ihr eure Musik als „adult oriented“?

Markus: [lacht] Das ist ein alter Scherz, der begonnen hat, ein Eigenleben zu führen. Wie es scheint, betiteln uns mittlerweile sämtliche Magazine als „Adult Oriented Death Metal“-Band, auch wenn das anfangs wirklich nur ein Witz war. Bands wie Toto, Journey und Van Halen sagen von sich selbst, dass sie Adult Oriented Rock, kurz AOR, spielen – und da wir selbst große Toto- und Journey-Fans sind und in unserer Musik viele dieser kitschigen 80er-Gitarren-Riffs undOmnium Gatherum_JariHeino (3) -Melodien zu finden sind, war der Scherz geboren, dass wir Adult Oriented Death Metal spielen. Deshalb glauben oft auch viele Leute, wir machen Porn Death Metal oder so, was natürlich Unfug ist. [Gelächter]

NEGAtief: Wie gehst du mit Inspirationstiefs um?

Markus: Ich denke dann beispielsweise, dass meine Tage vorbei sind, dass mir keine Musik mehr in den Sinn kommt und ich einen Nervenzusammenbruch erleide. Ab und an verfalle ich wirklich in diese Stimmung, dass es mir vorkommt, ich hätte bereits alle Songs geschrieben, die es zu schreiben gibt. Wenn ich ein passendes Rezept hätte, wie man Musik komponiert, dann würde ich sicherlich rund um die Uhr Musik machen. Aber mir liegt keinerlei Rezept vor, deshalb weiß ich nicht, wie das Gehirn funktioniert. Es ist wirklich furchtbar, wenn dich diese künstlerische Blockade ereilt. Aus diesem Grund habe ich in den letzten Jahren auch nie rund um die Uhr gearbeitet, so wie früher. Heute arbeite ich eher phasenweise. Wenn ich ein paar gute Ideen habe, werkle ich sehr viel. Und dann gibt es auch möglicherweise wieder Monate, in denen ich vom Songwriting Abstand nehme.

NEGAtief: Es gibt also Tage, an denen du nicht zur Gitarre greifst?

Markus: Es gibt viele solcher Tage. Die letzte Nord-Amerika-Tour mit Insomnium und Omnium Gatherum war zum Beispiel echt hart für mich, weil ich jeden Abend zwei Gigs spielen musste. Und die Sets waren länger als in Europa – über 2,5 Stunden Death Metal jeden Abend mit beiden Bands. Außerdem war es Sommer in den USA und die Temperaturen stiegen rauf bis 40 Grad. Ich war so erschöpft und überladen mit Metal, dass ich nach der Tour einen Monat lang kein bisschen Gitarre gespielt habe. Diese Pause war wirklich nötig.

NEGAtief: Wer sind deine persönlichen Gitarrenhelden? Hast du welche?

Markus: Ja, natürlich! Alles begann mit Edward Van Halen, Randy Rhoads und Adrian Smith von Iron Maiden. Sie waren meine ersten Helden und sind noch immer meine großen Helden. Mit dem ganzen neueren Kram kenne ich mich nicht so aus. Ich bin auch nicht so an überladenen Techniken interessiert…

NEGAtief: Wie beginnst du normalerweise einen neuen Song?

Markus: Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal fange ich mit einem Gitarrenriff, manchmal mit dem Keyboard und manchmal mit einem Drum-Beat am Computer an. Doch wie jeder Gitarrist habe ich meine eigenen Markenzeichen und Tricks. Deshalb ist es manchmal lustig, wenn ich mir später ein Album anhöre und bemerke: Oh, ich habe schon wieder dieses Solo verwendet! [Gelächter] Als ich zum Beispiel das Endsolo von „Frontiers“ hörte, stellte ich fest, dass es ziemlich ähnlich wie das Ende von „While We Sleep“ von Insomnium klingt.

NEGAtief: Basieren Jukkas Songtexte auf einem Konzept?

Markus: Für einen Gitarristen ist das immer die schwerste Frage. [lacht] Aber ja, Jukka ist kein Typ, der die Songtexte schnell runterschreibt. Es gibt viele Bedeutungen und generell einen ununterbrochenen Zusammenhang in allen OG-Alben, in denen Jukka involviert ist. Es geht immer um den Dualismus des menschlichen Verstands. Das ist sein Lieblingsthema. Dieser Dualismus findet sich auch im Albumtitel „Grey Heavens“ wieder – denn wenn man Schwarz und Weiß vermischt, ergibt das Grau – sowie im Artwork: Es gibt da diese Yin- und Yang-Sache, zwei Halbmonde in Schwarz und Weiß. Und auf dem neuen Album gräbt Jukka, so glaube ich, noch tiefer als sonst in den Köpfen der Menschen. Sie haben so viele Belastungen aus ihrer Vergangenheit, ebenso hinsichtlich ihrer Zukunft. Wenn man ein Hund ist, kümmert einen weder gestern noch morgen, man lebt nur den Moment…

NEGAtief: Wo habt ihr „Grey Heavens“ aufgenommen?

Markus: Wie die letzten Male hat Jarmo das Schlagzeug in seiner Heimat Vaasa eingespielt, alles andere wurde hier in Kotka mit Teemu Aalto aufgenommen. Wir arbeiten schon seit über zehn Jahren mit ihm zusammen, er weiß also genau, was wir wollen. Er nahm das Album auf und produzierte es, während Dan Swanö in Schweden für den Mix verantwortlich zeichnete. Er ist ebenso ein Vorbild und weiß genau, was wir hier brüten.

NEGAtief: Ist Dan Swanö zurück in Schweden? Ich dachte, er lebt hier in Deutschland…

Markus: Oh, du hast recht. Ich verwechsle das immer, denn er wohnte früher in Schweden, lebt aber nun irgendwo in der Nähe von Oberhausen, glaube ich. Er sagte, dass er zu unserer Show in Oberhausen kommen wird.

NEGAtief: Was waren die Herausforderungen bei den Aufnahmen?

Markus: Da gab es einige, [lacht] insbesondere den Zeitdruck, da wir wegen meinem Programm mit Insomnium zeitlich sehr begrenzt waren. Im Grund hatte ich jeden Tag Metal um die Ohren. In der studiofreien Zeit ging es mit Insomnium auf Festival-Shows. Am Ende des Aufnahmeprozesses hatte ich alle Melodic-Death-Metal-Bands, in denen ich spiele, erst einmal satt und fühlte mich ausgebrannt. [lacht] Und dann musste ich auch noch auf diese „Double Trouble“-US-Tour, deshalb gestaltete sich das letzte Jahr sehr „metallisch“ für mich. Nun denn, bezüglich der Albumaufnahmen gab es also Zeitprobleme und ansonsten jede Menge Druck, auch in meinem Privatleben…

NEGAtief: Das hört sich nicht gut an…

Markus: Ja, das war auch damals echt nicht toll, ABER wir haben eine schöne Platte kreiert und nun ist alles wieder gut. In diesem Album stecken viele Gefühle, es wurde wirklich mit Blut und Seele erschaffen.

NEGAtief: Ich habe gehört, dass Niilo von deiner anderen Band Insomnium ein paar Screams zum neuen Album beigetragen hat. Wie schaut es mit weiteren Gästen auf „Grey Heavens” aus?

Markus: [lacht] Da muss ich erst einmal überlegen. Mm, nein, es gibt nur diesen Männerchor mit Niilo, Jari von der Band Superdeathflame aus Kotka, unserem Produzenten Teemu sowie Aapo von Omnium Gatherum – sie waren die vier Chor-Master.

NEGAtief: Mit der Single „Skyline“ sowie dem Musikvideo zu „Frontiers“ habt ihr euren Fans bereits einen kleinen Vorgeschmack geliefert. Bist du mit dem bisherigen Feedback zufrieden?

Markus: Ja, wir haben „Skyline“ bereits letztes Jahr vor der US-Tour veröffentlicht – im Rahmen der Split 7“ mit Insomnium. Wir wollten „Skyline“ deshalb rausbringen, weil dieser Song einfach anders ist als alles, was wir bisher gemacht haben. Viele Leute sagen, er klinge kommerziell. Doch da wir ihn für die US-Tour veröffentlicht haben, verbirgt sich dahinter natürlich ein entsprechend passender Stil, und wir wollten einfach sehen, wie die Leute bei den Shows reagieren. Und nun haben wir „Frontiers“ als Musikvideo rausgebracht, weil dieses Lied der beste Hit im Omnium-Gatherum-Stil vom Album ist.

NEGAtief: Dein Lieblingssong?

Markus: Er ist nicht mein Favorit vom Album, aber er ist ein perfekter Video-Song, um das neue Album zu repräsentieren. Das bisherige Feedback ist wirklich gut. Das Video wurde am Dienstag veröffentlicht und innerhalb von zwei Tagen bereits über 25.000 Mal angeschaut, was für uns sehr gut ist.

NEGAtief: Habt ihr auch eigene Ideen zum Video beigetragen?

Markus: Ja, wir haben uns zusammen mit dem Regisseur den Drehort angeschaut. Dazu gibt es eine lustige Geschichte zu erzählen: Die perfekte Location fanden wir ein paar Wochen vor dem Videodreh. Doch als wir nochmals diesen Ort aufsuchten, um das Kameraskript festzulegen, wurde das Gebäude just in dem Moment abgerissen. Wir sahen ernsthaft zu, wie das Gebäude zusammenstürzte. Das war ein echt lustiger Moment und wir dachten nur: Oh yeah, vielleicht sollten wir einen anderen Drehort suchen…

NEGAtief: Und wo habt ihr diesen letztlich gefunden?

Markus: Ebenso am Hafen, vielleicht 500 Meter von dem zerstörten Drehort entfernt. Es war nicht schwierig, einen neuen zu finden.

NEGAtief: In Kotka?

Markus: Ja, auf Kotkas altem Hafengelände. Das ist mal eine etwas andere Ansicht im Vergleich zur schönen Meeresküste von Kotka. Das Musikvideo zu „The Unknowing“ vom Album „Beyond“ wurde beispielsweise auch hier in Kotka gedreht, doch handelt es sich um ein Naturvideo und es zeigt das Meer, Inseln… Und diesmal ist es ein alter Öltanker, etwas komplett anderes, obgleich beide Seiten nicht weit voneinander entfernt liegen.

NEGAtief: Ist Kotka generell ein schöner Ort zum Wohnen?

Markus: Ja, es ist eine Stadt am Meer. Das Zentrum liegt auf einer Insel und eben dort wohne ich, vielleicht 15 Meter von der Küste entfernt. Eine Brücke kommt hier herüber, es ist wirklich ein netter Fleck. Besonders im Sommer macht es Spaß, mit dem Boot rauszufahren.

NEGAtief: Hast du ein eigenes Boot?

Markus: Ja, jeder hier in Kotka hat ein Boot.

NEGAtief: Und Sauna?

Markus: Ja, natürlich. [lacht] Jeder in Finnland hat eine Sauna.

NEGAtief: Nächsten Monat werdet ihr wieder auf Tour sein, diesmal zusammen mit Draconian. Bist du immer noch müde oder hast du schon wieder Lust auf Konzerte?

Markus: Es sind ja ein paar Monate seit der letzten Tour vergangen, deshalb freue ich mich darauf, bald wieder unterwegs zu sein.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

NEGAtief: Gehst du heutzutage mit einem anderen Gefühl auf die Bühne nach den schrecklichen Geschehnissen letztes Jahr in Paris u.a. beim Eagles-Of-Death-Metal-Konzert?

Markus: Ja, natürlich war das schlimm von diesen Attacken zu hören, zumal wir selbst letztes Jahr und auch schon davor im Club Bataclan gespielt haben. Das fühlte sich also alles sehr nah an. Doch man sollte sich wegen solcher Dinge nicht verrückt machen. Es ist auf jeden Fall wahrscheinlicher, dass ich auf eisiger Straße ausrutsche, mir den Kopf anschlage und sterbe. Man kann sein Leben nicht in Angst verbringen. Dann musst du nämlich daheim bleiben und darauf hoffen, dass der Gastank im Haus nicht explodiert. [lacht]

NEGAtief: Wie bereitest du dich auf Shows vor?

Markus: Ich dehne ein wenig meine Nackenmuskulatur sowie alle übrigen Muskeln und wärme mich mit Gitarrenspiel auf.

NEGAtief: Hast du manchmal Nackenprobleme nach den Shows?

Markus: Oft. [lacht] Als ich 25 war, habe ich nie darüber nachgedacht, mal den Nacken und die Muskeln vor einer Show aufzuwärmen. Doch nun, zehn Jahre später, muss man sich über solche Dinge Gedanken machen… Headbanging ist eine der dümmsten Sachen in der Welt, doch…

NEGAtief: …trotzdem tust du es!

Markus: Ja, und ich weiß nicht warum. [lacht] Manchmal sieht es noch nicht einmal gut aus. Doch wenn man eine gute Zeit auf der Bühne hat, macht man es einfach.

NEGAtief: Was erwartet uns bei den Shows im nächsten Monat hier in Deutschland?

Markus: Ich denke, wir werden etwas über einer Stunde spielen, vielleicht 75 Minuten, doch das steht noch nicht fest. Da es sich allerdings um eine Co-Headliner-Tour handelt, wird das Set etwas kürzer sein, und doch länger als ein gewöhnliches Support-Set. Ich freue mich sehr auf diese Tour. Für uns wird es das erste Mal sein, dass wir in deutschen Clubs ein längeres Set präsentieren. Allerdings ohne Pyrotechnik und so. [lacht] Wir wollen einfach nur unsere Energie und Musik überbringen, ehrlichen Stoff, keine Schauspielerei. Wir sind da eher die Punkrocker, was das anbelangt…

English Version

Interview: Lea Sommerhäuser
Fotos: Jari Heino

www.omniumgatherum.org

31 Januar 2016

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