The Beauty Of Gemina: Gothic got the Blues

The Beauty Of Gemina: Gothic got the Blues

Keine andere Band der Schweizer Szene hat seuropaweit so eine große Bekanntheit erlangt wie The Beauty of Gemina. Die Band um den charismatischen Sänger veröffentlicht nun nach vielen erfolgreichen Alben ihre Werkschau der ersten Dekade. “Anthology” verspricht mit dem Titel “Part I” noch ein langes Bandleben und viele Veröffentlichungen. Zeit, endlich mit Michael Sele die BandgeschichteRevue passieren zu lassen.

Wie fühlt es sich an, nach so vielen intensiven Jahren alle Alben Revue passieren zu lassen und dann die Auswahl zu treffen?

MS: Das fühlt sich sehr gut an. Es macht mich zugegeben auch ganz persönlich stolz, zu sehen, wieviel ich gearbeitet und erschaffen habe in den letzten 1o Jahren. Die erste TBOG Werkschau macht mich sehr glücklich.Musik als Zeitreise konserviert wie ein Foto die Gefühle der Schaffensperiode. Inwie weit haben sich alte Songs im Laufe det Zeit live verändert, neue Facetten aufgenommen?MS: Wir haben ja viele Songs akustisch neu aufgenommen und auch neu interpretiert, diese weichen teileweise sehr stark von den Originalen ab. Bei den Rockversionen sind wir nicht ganz so experimentierfreundlich und halten uns immer noch sehr genau an die originalen Aufnahmen.

Ihr habt unglaublich viel getourt. Was sind Eure grossartigsten Erfahrungen gewesen?

MS: Wir mussten gerade am Anfang der Karriere was das Touren betrifft ja auch einiges an Geduld aufweisen, denn war es alles andere als einfach, zu Konzerten zu kommen. Viele Türen blieben verschlossen und wir wurden oft auch abgelehnt. Mittlerweile haben wir in 15 Ländern gespielt und hundert tausende Kilometer zurückgelegt und geniessen das immer noch sehr. Ich denke auch, dass wir immer noch sehr hungrig sind und das merkt das Publikum einfach. Unsere Auftritte sind voller Leidenschaft und es passieren immer überraschende Dinge. Kein Konzert gleicht dem anderen und da gibt es keine langweilige Routine. Ich denke, das schätzen auch unsere Fans sehr. Man merkt halt auch, dass wir im Herzen Musiker sind, welche einfach Spass an den Instrumenten und am Musizieren haben.Die tollsten Erfahrungen macht man auf all diesen Reisen, diesen Begegnungen mit Orten wo ich sonst nie hingekommen wäre. Ja, es sind die Begegnungen mit Menschen, welche im Gedächtnis bleiben, welche am Schluss zählen. Ich erinnere mich gut an die ersten Auftritte in Polen oder Portugal, dann natürlich auch im «heiligen» London. Die ersten Shows in Russland, das war manchmal wie in einem Rausch.

Gothicrock erlebt gerade eine regelrechte Renaissance. Könnt ihr das auch für Euch bestätigen?

MS: Das ist schwierig zu sagen. Bei uns ging es eigentlich immer Schritt für Schritt nach oben, es gab nicht einen plötzlichen Wendepunkt oder ein Schlüsselereignis. Was mich natürlich freuen würde, wenn auch Bands mit Schlagzeug, Bass und Gitarren wieder mehr Beachtung bekommen würden. Es braucht einfach beides, tollen Elektro und spannende Programmings, aber auch Musiker, welche ihre Instrumente durch die Luft wirbeln, das macht die gesamte Szene lebendig.

Ihr habt Euch in den letzten Jahren viel stärker Bluesähnlichen Stilen angenähert. Ein bewusster Schritt? Eine Frage des Alters?

MS: Das hat mich selber überrascht, da ich mich nie direkt mit dem Blues auseinandergesetzt habe. Irgendwie ist das einfach passiert. Vielleicht ist es halt schon so wie Keith Richards von den Stones sinngemäss einmal gesagt hatte: Der Blues ist die Wurzel von jeglicher Musik.

Wie haltet ihr trotz Jobs und Familie diese hohe Veröffdntlichungsfrequenz durch?

MS: Das geht mit Fleiss und Leidenschaft und klaren Zielen. Ich bin jemand, der sehr fokussiert ist und keine anderen Nebenschauplätze mehr hat. TBOG bestimmt einen grossen Teil meines Lebens und da ich alle Songs, Musik und Texte von Anfang an selber schreibe, die meisten Instrumente selber aufnehmen und einspielen kann und die gesamten Produktionen mehr oder weniger in Eigenartige mache, kann ich natürlich auch genau dann daran arbeiten, wenn ich mir dafür Zeit nehmen will. Das kann töglich sein oder auch mal mit grösseren Abständen. Ich bin nicht abhängig von anderen und das fördert einfach den Schaffensdrang enorm.

Was sind Eure Ziele für 2016?

MS: Ich habe seit letztem Frühjahr und über den Sommer an einem neuen Studioalbum gearbeitet und die Vorproduktion ist bereits abgeschlossen. Das Album wird MINOR SUN heissen und ein richtig grosses, episches Studiowerk mit vielen Gitarren, Elektronik und der ganzen TBOG Palette werden. Anfangs September wird es ver-öffentlicht, dann geht es im September auf Tour in Deutschland und der Schweiz, die Daten sind bereits im VVK. Natürlich werden wir im Sommer noch ein paar Festivals spielen, mal schauen, ev. werden wir dort bereits neue Songs zeigen. Was ich auch machen möchte, sind vermehrt Videoclips und Visuals zu den Songs zu machen. Ich denke, das neue Album eignet sich sehr gut dafür.

19 Januar 2016

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