The Raven: Metamorphose

The Raven: Metamorphose

The Raven aka Dave Strehler hat seit seinem letzten Release eine musikalische Metamorphose hinter sich, die ihres Gleichen sucht. Statt sanften Gothicrock hat die Band sich dem härtesten Cyberelektro zugewandt. Nur noch im Hintergrund sind Gitarrenriffs zu vernehmen, während Dave das Mikrophon gegen ein Megaphon eintauscht hat und visuell vom Samtmodel zum Fetishmonster mutiert ist. Die Dancefloorhymne „Selfdestruct“ hat es auf Anhieb in die DAC geschafft und der sichtlich gereifte Dave erzählt uns von seinen Zukunftsplänen.

Was steckt hinter Eurer Transformation?

DS: So wie viele Musiker ist diese Transformation eine logische Entwicklung, die meiner individuellen Entwicklung Rechnung trägt. Natürlich habe ich mich schon immer für Industrial und Elektrostyles interessiert. So richtig gezündet hat dann der Funke als ich mehr und mehr auf meine innere Stimme gehört habe und mit dem elektronischen Musizieren am Rechner begann. Im Gegensatz zur klassischen Bandarbeit, die in unserer letzten EP resultierte, habe ich mich seit dem Ende meiner alten Band nur auf die eigenen Einflüsse konzentriert. Als Band galt es natürlich, allen Musikern einen Platz einzuräumen.

Ist dieser radikale Stilwechsel dann auch prägend für das kommende Album?

DS: Natürlich wird nicht jeder Song genauso klingen wie Selfdestruct, wäre ja auch langweilig. Aber was die Richtung betrifft, gehen die Beats und Grooves in eine ähnlich Richtung. Harte Basslines im Stile von Selfdestruct gehören da natürlich rein.
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Hilft Dir jemand bei der Produktion?

DS: Ich hatte mich entschieden, dieses Album komplett im Alleingang zu produzieren. Die letzte EP wurde von einem großartigen Producer aufgenommen, gemischt und teilweise arrangiert. Ich wollte aber im Gegensatz zu damals viel mehr von mir persönlich einbringen und das betrifft natürlich auch die generelle Stilistik. Ich bin sehr von den technologischen Fortschritten begeistert. Besonders in der Musikelektronik scheinen sich mehr und mehr Entwickler auf die Bedürfnisse moderner Elektrobands einzustellen. Technologie hat mich immer beeinflusst. Wir sind mittendrin in der Entwicklung und ich hoffe auf Anfang des Jahres für den Release unseres neuen Albums.
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Wann wird The Raven mal wieder in Deutschland gastieren? Euer letzter Auftritt im Rahmen des Wave Gotik Treffen ist ja auch schon lange her.

DS: Ich hoffe, das ich zur Veröffentlichung des Albums spätestens im Sommer in Europa auf Tournee bin. Was die Bühnenperformance betifft, könnt ihr gespannt sein. So wie ich mich musikalisch veändert habe, wird es auch eine entsprechende krasse Show auf der Bühne geben.“Selfdestruct“, die Single und jetzt dann das Album „Apocalypse“.

Steht für Dich die Welt auf der Kippe und am Abgrund der Zivilisation?

DS: So nehme ich die Welt gerade leider wahr. Und damit meine ich nicht nur diese Art cooler Hollywood-Post-Apokalypse. Ich wünschte ich hätte eine einfache Antwort auf all die drängenden Fragen der globalen Zivilisation. Die Welt zu verbessern, ist sicher der Wunsch vieler Musiker. Dazu müssten wir aber alle viel mehr zusammenarbeiten. Solidarität ist der Schlüssel und die Offenheit für den Wandel. Musik könnte da sicher einen heilenden Einfluss haben. Die Gesellschaft muss sich aus dem Würgegriff einer rein wirtschaftlichen „Franchise“-Welt befreien.

19 Januar 2016

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