Editors/Enno Bunger (29.09.2015, Berlin, SO36)

Editors/Enno Bunger (29.09.2015, Berlin, SO36)

Im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Editors-Albums „In Dream“ lud das Label PIAS zu einigen exklusiven Label-Nights, bei denen die Briten erste Songs aus dem neuen Longplayer vorstellten. So auch am 29. September im ausverkauften SO36 in Berlin, als die Fans weitaus mehr als nur ein paar neue Tracks geboten bekamen.

 

Der Kultclub in Kreuzberg war schon gut gefüllt als der Opener Enno Bunger mit seiner Band auf die Bühne schritt, um den Abend zu eröffnen. Der Musiker aus Hamburg vereint Elektronik, Indiepop und Singer/Songwriter-Klänge mit deutschen Texten zu einem eigenständigen Sound, der eher introspektiver denn mitreißender Natur ist. Doch dürfte der Musiker nicht wenige Anwesende auf sein Album „Flüssiges Glück“ aufmerksam gemacht haben, das am 9. Oktober via PIAS erscheint. Und wer nicht weiß, wo er Enno im Netz findet, für den gab der Sänger abschließend noch augenzwinkernd den Hinweis mit, mal auf Tinder zu gucken.

 

Danach drängten alle Besucher schlagartig nach vorne und es gab kein Durchkommen mehr. Dass die Editors normalerweise in größeren Hallen spielen – im November werden sie in Berlin noch einmal in der ebenfalls ausverkauften Columbiahalle zu sehen sein – wurde hier schnell klar, denn wahrscheinlich hätte das Label ein Mehrfaches an Tickets absetzen können. Die Formation stieg mit „No Harm“, dem Opener ihres aktuellen Longplayers „In Dream“ ein, ein ruhiges, elektronisches Stück, das Sänger Tom Smith viel Platz zur Entfaltung seiner sonoren Stimme bietet und das eine enorme Spannung erzeugte. Danach ging es u.a. mit „Sugar“, „Munich“, „Blood“ und „An End Has A Start“ erstmal rockiger weiter. Der Sound war druckvoll und glasklar, die Band spielfreudig und die Lichtshow düster und angemessen und mit den nötigen Akzenten. Mit „Forgiveness“ gab es dann einen weiteren neuen Song zu hören, eh mit „Eat Raw Meet = Blood Drool“ und „Racing Rats“ wieder Klassiker folgten, die die Fans förmlich mitrissen. Denn stillstehen war angesichts der enormen Energie, die die Band erzeugte, schwierig. Das neue „Salvation“ gestaltet sich ebenfalls eher ruhig, kramt tief in den 80ern und punktet mit einem hymnischen Chorus, den man sofort mitsingen kann. Großes Kino! Auch „All The Kings“ wies eine stark Schlagseite in Richtung der 80er-Jahre auf und zeigte die Editors von einer neuen, eher minimalistischen Seite.

 

Als Zugaben spielte Tom die beiden Songs „Open Your Arms“ und „Smokers Outside The Hospital Doors“ nur mit Akustikgitarrebegleitet und erzeugte damit eine intensive Gänsehautatmosphäre. Anschließend gab es mit „Ocean Of Night“ noch einen neuen Song, eh mit dem intensiven „Papillon“ und „Marching Orders“ das große Finale folgte, das noch einmal sämtliche Emotionen entfachte. Schön, dass die Editors nicht nur einen kurzen Promo-Gig spielen, sondern einen vollwertigen 80-minütigen Auftritt in Club-Atmosphäre. So dürfte der 29. September 2015 allen Anwesenden in denkwürdiger Erinnerung bleiben!

 

Sascha Blach

1 Oktober 2015

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