Opeth – Bleibt alles anders

Opeth – Bleibt alles anders

Mit ihrem letzten Album, „Heritage“, setzten Opeth ihren Fans einen schweren Brocken vor, denn einige Anhänger der frühen Death-Metal-Zeiten der Band hatten Schwierigkeiten, mit der neuen 70s-Prog-Rock-Ausrichtung warm zu werden. Welchen Weg der am 22. August erscheinende neue Longplayer „Pale Communion“ einschlägt, brachten wir im Gespräch mit Sänger/Gitarrist Mikael Åkerfeldt und Gitarrist Fredrik Åkesson in Erfahrung.

„Natürlich will man immer, dass ein Album alle mögen, aber es ist nicht das erste Mal, dass wir mit so viel Unmut konfrontiert wurden“, berichtet Mikael über die Reaktionen auf „Heritage“. Der Opeth-Masterind betont, dass er die Scheibe nach wie vor als starkes Album empfindet, das die Karriere der Band gerettet und ihr eine Zukunft ermöglicht hat. „Einige Leute sind der Meinung, dass wir Verräter sind und dass ich die anderen in der Band in eine Richtung zwinge, die ich lieber als Soloalbum hätten umsetzen sollen“, berichtet er leicht angesäuert. „Sie behaupten, diese Musik sei nicht mehr Opeth. Aber wer sind diese Menschen, zu sagen, was Opeth ist und was nicht!? Wir sind doch die Band!“

Mit „Pale Communion“ haben Opeth nicht versucht, den Vorgänger zu wiederholen, sondern dessen Stil weiter zu entwickeln. Åkerfeldt spricht von einem schizophrenen Album, da es sehr verschiedene Stimmungen enthält. Der Sound ist jedoch wieder ähnlich wie auf „Heritage“, da großen Wert auf Natürlichkeit und Dynamik gelegt wurde und der 70s-Rock-Anteil wieder überwiegt. „Der größte Unterschied zu den alten Scheiben liegt im Sound von Kickdrum und Gitaren, da wir andere Pickups verwendet haben und anstatt auf typische High -Gain-Metal-Sounds zu setzen, haben wir alte Marshall-Amps in die Zerrung gefahren“, verrät Frederik. Mikael ergänzt: „Wir haben schon viele High-Tech-Metal-Aufnahmen gemacht und im Nachhinein muss ich feststellen, dass man sich dabei oft hinter der Technik versteckt. Bei unserem aktuellen Sound hingegen ist kein Platz für Fehler. Wenn man scheiße spielt, wird es auch so klingen. Aber wenn man über einen Mesa Boogie mit voll aufgedrehtem Gain schlecht spielt, kaschiert der Sound die Fehler.“

Opeth arbeiteten sehr puristisch und nahmen alles so auf, wie es am Ende klingen sollte, sodass Mixing-Engineer Steven Wilson (Porcupine Tree) nicht mehr viel zu tun hatte. „Es waren fast keine EQs nötig, es ging im Mix überwiegend darum, die Lautstärken zu balancieren“, so Mikael. „Steven hat den ganzen Mix dann in vier Tagen gemacht, was sehr schnell ist.“ Und das Ergebnis hört man am besten auf einer guten Stereoanlage, statt auf einem MP3-Player, wie Mikael und Frederik unisono bestätigen. „Wenn wir ein Album mischen und mastern, ist es uns wichtig, dass es auf einer Stereoanlage gut klingt“, so Mikael abschließend, „denn so hören wir Musik. Es tut mir leid, aber wir mischen nicht für MP3s! Ich weiß zwar, dass es auch als MP3 gut klingt, aber das hat für uns keine Priorität!“

Sascha Blach

www.opeth.com

31 Juli 2014

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