The 69 Cats – „Wir lieben diesen alten Rock’n’Roll-Kram“

The 69 Cats – „Wir lieben diesen alten Rock’n’Roll-Kram“

Rockabillys aufgepasst! Sänger Jyrki69 (The 69 Eyes) und Gitarrist Danny B. Harvey (Rockats, Headcat) haben sich zusammengetan, um gemeinsam als The 69 Cats dem Rock’n’Roll zu frönen. Durch diese Kollaboration entstand nicht zuletzt der Longplayer „Transylvanian Tapes“, mit dem die Musiker ausgiebig durch Europa tourten. Bei ihrem Zwischenstopp in Köln hatten wir die Gelegenheit, mit Gitarrenmann Danny B. Harvey über die Entstehungsphase von Band und Debüt-Album sowie die Zukunftspläne der Künstler zu sprechen. Sänger Jyrki hielt derweil keine zwei Meter entfernt ein Nickerchen auf dem Boden und ließ sich durch das Gespräch absolut nicht aus den Träumen reißen.

 

NEGAtief: Danny, was war der ausschlaggebende Punkt für die Gründung von The 69 Cats? Wer von euch hatte die Idee?

 

Danny: Das war eine lustige Geschichte. Jyrki kontaktierte mich aus Finnland über das Plattenlabel Cleopatra Records, mit dem ich schon vielfach zusammengearbeitet habe. Das Label fragte mich, ob ich The 69 Eyes kenne. Deren Sänger Jyrki wäre ein großer Fan von mir und würde gerne zwei meiner Songs aufnehmen. So geschah es dann auch. Und weil die beiden Lieder richtig gut gelungen sind, beschlossen wir, noch weiter zu gehen und eine komplette EP aufzunehmen. Schließlich gründeten wir eine Band: mit Jyrki als Sänger, mir an der Gitarre, dann schnappten wir uns noch Chopper Franklin von The Cramps – er ist ein langjähriger Freund meinerseits – fürs Bass spielen und Clem Burke von Blondie, um das Schlagzeug zu bedienen. Nur leider ist Blondie grade recht geschäftig, so dass Clem nicht mit uns auf Tour kommen konnte. Stattdessen ist Hendrik, der Drummer von Horrorpops, mit von der Partie. Er ist wirklich gut!

 

NEGAtief: Wie schnell seid ihr auf den Namen The 69 Cats gekommen?

 

Danny: [lacht] Die Idee mit dem Namen hatte Jyrki. Da ich von Rockats und einer Band namens Headcat komme und Jyrki ein Teil von The 69 Eyes ist, kreierten wir einfach eine Kombination: The 69 Cats.

 

NEGAtief: Verbirgt sich dahinter ein Nebenprojekt oder ein Fulltime-Job?

 

Danny: Es ist ein Nebenprojekt, denn hauptsächlich kümmere ich mich um meine Solo-Karriere. Und Jyrkis Fokus ist nach wie vor auf seine Band The 69 Eyes gerichtet – er plant nicht, die Band zu verlassen…

 

NEGAtief: Wie läuft die Tour bisher für euch?

 

Danny: Überraschend gut. Wie haben bisher nur eine Hand voll Shows, etwa im Südwesten von Texas, in LA und Las Vegas, gespielt. Jede Show war ausverkauft oder zumindest annähernd ausverkauft. Den Leuten gefällt es, sie kennen unsere Platte und singen die Lieder mit – somit macht es viel Spaß auf der Bühne.

 

NEGAtief: Was für Leute kommen zu euren Shows?

 

Danny: Da sind natürlich viele The-69-Eyes-Fans, Leute aus dem Goth- und Glam-Metal-Bereich, aber auch viele, die Motörhead- und Headcat-Shirts tragen. Lemmy und ich haben vor zwei Jahren in Berlin gespielt. Viele Leute hören Motörhead und sie wissen, dass ich auch Teil dieser Band bin. Zu unseren Shows kommen also letztlich Fans von Jyrki wie auch Fans von mir. Dann wiederum sind auch Leute da, die Chopper von The Cramps kennen…

 

NEGAtief: Mit “Transylvanian Tapes” habt ihr euer Debüt-Album veröffentlicht. Wie wurde entschieden, welche Cover-Songs auf der Platte Platz findet?

 

Danny: [lacht] Jyrki und ich haben viel per E-Mail und Skype kommuniziert. Wir nutzten Spotify – auch wenn ich an dieser Stelle keine Werbung für Spotify machen möchte – und jeder pickte Songs heraus, die ihm gefielen. Wir entschieden uns dann für jene Lieder, die uns beiden zusagten.

 

NEGAtief: Wir habt ihr den Aufnahmeprozess gemanagt, zumal ihr in verschiedenen Ländern lebt?

 

Danny: Ich habe alles in Austin aufgenommen und griff hierbei u.a. auf Drum Loops zurück. Dann schickte ich die Tracks an Jyrki und er nahm schon einmal grob den Gesang auf, damit wir eine Stütze hatten. Mit dem Gesang und den vorproduzierten Songs im Gepäck ging es für mich nach LA, wo ich Chopper am Bass und Clem am Schlagzeug aufnahm. Dann schickte ich die fertigen Songs wieder nach Helsinki, Jyrki nahm den finalen Gesang auf und sendete mir die Files zurück. Und ich brachte sie nach Smithville, Texas, wo der eigentliche Mix stattfand.

 

NEGAtief: Welche Herausforderungen hattet ihr beim Aufnahmeprozess zu bewältigen?

 

Danny: Nun, am schwierigsten war die Sache mit der Distanz. Wir fragten uns anfangs, wie wir den Gesang aufnehmen wollen, ohne je im gleichen Raum mit Jyrki sein zu können. Deshalb bekamen wir von ihm die Gesangsrohversionen, um bei den Musikaufnahmen via Headphones eine Orientierung auf den Ohren zu haben.

 

NEGAtief: Jyrkis Gesang erinnert ein wenig an Elvis – welche Rolle spielte der Künstler in deinem bisherigen Leben?

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Danny: Ich bin damit aufgewachsen, Elvis zu hören, und alles, was aus ihm herauskam, war irgendwie Rock’n’Roll. Ohne Frage, Jyrki hat diese dunkle Stimme und einige Leute sagen, er klinge wie Elvis. Wir lieben diesen alten Rock’n’Roll-Kram einfach…

 

NEGAtief: Gibt e seine Chance, zukünftig auch eigenes Material von The 69 Cats zu hören?

 

Danny: Ja, wir haben darüber gesprochen, auch eigene Songs zu schreiben, und werfen gerade mit Ideen um uns. Vor allem diese Tour nutzen wir dazu, beisammen zu sitzen und über Songs zu sprechen.

 

NEGAtief: Was sind die nächsten Schritte mit The 69 Cats?

 

Danny: Im Spätsommer werden wir in paar Shows in Finnland spielen und für Dezember planen wir zurück nach Deutschland zu kommen. Jyrki arbeitet an einem neuen The-69-Eyes-Album, mit dem er sehr beschäftigt sein wird, und auch Lemmy sagte, dass er eine neue Headcat-Platte herausbringen möchte. Nach dieser Tour werden wir sehen, welcher der nächste Schritt ist. Momentan macht es einfach nur Spaß, Rock’n’Roll zu spielen.

 

Interview & Fotos: Lea Sommerhäuser

 

http://the69cats.com

4 Juni 2015

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