The Fair Sex – Die intensivsten Momente

The Fair Sex – Die intensivsten Momente

Vor 30 Jahren entstand im Rahmen der damals noch jungen Gothic- und EBM-Bewegung im Ruhrgebiet eine Band, die Maßstäbe setzte und bis heute Kultstatus besitzt. Zwar lösten sich The Fair Sex schon früh wieder auf, diverse kleinere Reunions und Releases sorgten aber dafür, dass die Band um den sympathischen Frontmann Myk Jung nie in Vergessenheit geriet.

Zum Jubiläum haben sich The Fair Sex jetzt noch einmal zusammen gefunden und für 2014 vier Konzerte angesetzt. Zwei davon, das auf dem WGT in Leipzig und der West-Gig in Bochum sind bereits absolviert. „Fast jeder Moment war mit positiven Eindrücken erfüllt, sei es in den vorhergehenden Probephasen oder während der Konzerte selber“, schwärmt Myk. „Wir wuchsen im Proberaum quasi wieder richtig zusammen, was sich dann auch auf die Bühnensituation übertrug. Die Konzertbesucher schienen das sofort aufzunehmen. Ich weiß nur nicht, über welche Gesichter ich mich mehr freute, über diejenigen, die uns begeistert entgegen strahlten oder diejenigen, die auszudrücken schienen: ‚Holla! Das sind also The Fair Sex!‘“

Als Bonus gab es bei den Shows Gastmusiker. So war in Bochum sogar Myks Tochter mit an Bord. „Es waren dies genau die Momente, die mich am heftigsten ergriffen haben“, bestätigt der Sänger den Eindruck, den man auch im Publikum bekam. „Bei etlichen Songs wie ‚The House Of Unkinds‘ oder ‚No Excuse‘ hatte ich ein Déjà-vu-Feeling, das verdammt gut tat. Doch die Minuten, in denen ich mit Allegra die Ballade ‚In The Desert‘ sang, haben mich in ihrer ungewohnten Neuheit und frisch erlebten Intensität schlichtweg umgehauen … zum Glück nicht wortwörtlich. Ich merkte plötzlich, wie ich abdriftete – und dass ich mich zusammenreißen musste, um die richtigen Lyrics zu singen.“

Zwei Konzerte stehen noch an, bei denen sich die Fans auf weitere Highlights freuen dürfen: „Die beiden verbleibenden Konzerte werden die Nord- und Südgigs sein. Und wir werden dem Konzept der vier Konzerte in jeder Himmelsrichtung treu bleiben: Es wird Gastmusiker geben. Im Osten, in Leipzig, waren es Peter Spilles, Oswald Henke und Darrin Huss; im Westen, in Bochum, waren es Allegra, Uwe Kanka (Armageddon Dildos) und Cyan (The Eternal Afflict). Doch leider werden wir auch einem anderen Konzept treu bleiben: Wer genau uns in Hamburg und Augsburg unterstützen wird, werden wir erst kurz vorher bekannt geben.“

Zur Zukunft von The Fair Sex will Myk sich noch nicht äußern. Auf die Frage nach dem Stellenwert der Band in seinem bisherigen Leben hat er aber eine Anekdote parat: „Im April 2009 sagte unser Keyboarder Blonder zu mir: ‚Myk, es spielt keine Rolle, wie zufrieden ich mit meinem Leben bin – die Fair-Sex-Erlebnisse werden für mich immer zu den intensivsten gehören.‘ Was soll ich sagen? Mir geht es nicht anders. Doch gerade frage ich mich: Hab ich es dem Blonden damals wenigstens auch gesagt? Oder habe ich nur verstehend genickt? Ich weiß es nicht mehr! Vielleicht frage ich ihn mal bei der nächsten Probe.“

Frank „Otti“ van Düren
www.thefairsex.de

7 November 2014

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