Dimmu Borgir „Forces Of The Northern Night“

Dimmu Borgir „Forces Of The Northern Night“

(Nuclear Blast)
Es ist tatsächlich schon gut sieben Jahre her, dass uns Dimmu Borgir mit „Abrahadabra“ ihr noch aktuelles Studio-Album aufgetischt haben. Danach sind die norwegischen Symphonic-Black-Metaller zwar nicht gänzlich von der Bildfläche verschwunden – hier und da gab es natürlich einen Auftritt –, doch frisches Material wurde in jeder Zeit nicht präsentiert. Das ändert sich anno 2017! Derzeit befinden sich Dimmu Borgir nämlich im Studio, um ihr neues Album fertigzustellen. Vorab wird das Oslo-Trio am 28. April 2017 seine Fans mit der DVD „Forces of The Northern Night“ beglücken.

Was wird es darauf zu sehen geben? Hauptsächlich zwei fette Live-Shows mit Orchester: zum einen das ausverkaufte Konzert der Norweger in ihrer Heimatstadt Oslo, bei der sie mit dem Norwegian Radio Orchestra und einem vollbesetzten Chor auftreten. Zum anderen gibt es auf der DVD die bombastische Performance von Dimmu Borgir auf dem Wacken Open Air 2012 mit dem National Czech Symphonic Orchestra sowie Schola Cantorum Choir zu sehen.

Zugegeben, die beiden Shows liegen schon eine ganze Weile zurück, haben allerdings nichts von ihrem Flair und Feeling verloren, wie man am heimischen TV-Apparat feststellen wird. Eine schöne Erinnerung für alle, die „damals“ live vor Ort dabei waren, genauso wie ein umfassender Eindruck für all jene, die Dimmu Borgir bisher noch nicht live erleben konnten.

Warum es so lange gedauert hat, die beiden Shows auf DVD zu bannen? Laut Bandgründer und Gitarrist Silenoz gab es dafür verschiedene Gründe, doch „da wir Ende des Jahres ein neues Album veröffentlichen, bietet es sich förmlich an, die Band mithilfe der bald erscheinenden DVD zurück in die Szene zu bringen. Vielen Fans ist es schwer gefallen, so lange zu warten, doch das war es wert!“

Ob dem wirklich so ist? Werfen wir doch einfach mal einen etwas genaueren Blick auf die DVD: Auf Scheibe Nummero 1 gibt es den kompletten Wacken-Auftritt der Norweger zu sehen. Mit lauten Jubel der Fans, die sich zahlreich vor der Wacken-Hauptbühne versammelt haben, wird die Show eingeleitet. Den Opener „Xibir“ übernehmen das Orchester und die in schwarze Kutten gehüllten Sänger/innen des Schola-Cantorum-Chors. Noch hängt vor der Bühne ein riesiges, leicht durchsichtiges Banner – der Chor und das Orchester dahinter lassen sich somit von den Wacken-Zuschauern auf dem Feld zunächst nur erahnen. Doch mit „Born Treacherous“ fällt der Vorhang und plötzlich stehen auch Dimmu Borgir auf der Bühne, um fortan zusammen mit dem Orchester und Chor zu rocken – natürlich inkl. Metal-Gitarre, Schlagzeug & Co. Im Fokus: Frontmann und Sänger Shagrath, der sein gewohnt düsteres Make-up aufgelegt hat.

Beim sich anschließenden Song „Gateways“ erhält Shagrath von Agnete Kjolsrud weibliche Unterstützung am Mikrofon und von oben fällt zugleich ein Feuersprühregen auf die Musiker herab. Schade nur, dass es zu jenem Zeitpunkt noch recht hell ist – im Dunkeln wirken Pyroeffekte eben immer etwas besser. Die Lichtshow an sich gestaltet sich aber schon recht fett. Und bei „Progenies Of The Great Apocalypse“ sowie „Kings Of The Carnival Creation“ kommen auch noch Nebelfontänen zum Einsatz und hüllen sämtliche Musiker in einen weißen Dunst.

Vor „Chess With The Abyss“ richtet Shagrath das Wort ans Publikum und berichtet, dass Dimmu Borgir bereits zum 5. Mal auf dem Wacken Open Air spielen würden. Gerade deshalb musste der 2012er Auftritt wohl etwas ganz Besonderes werden. So bedankt sich der Sänger im selben Atemzug beim Orchester und Chor für die Unterstützung, die während der gesamten Show immer wieder einige Passagen allein – also ohne „metallische Instrumente“ – spielen/singen. Dank gibt es natürlich auch für die Zuschauer, die bangen, teils moshen und crowdsurfen und die Fäuste gen Bühne strecken. Mit „Morning Palace“ verabschieden sich Dimmu Borgir nach knapp anderthalb Stunden von der Wacken-Bühne und überlassen dem Chor und Orchester die Ehre, den Outro-Track „Perfection Or Vanity“ zum Besten zu geben. Eine gemeinsame Verbeugung mit dem Dirigenten ist am Ende aber dann doch noch drin.

Auf der zweiten Scheibe ist indes der Dimmu-Borgir-Aufritt im Osloer Spektrum zu finden. Die Setlist ist dieselbe wie beim Wacken-Auftritt – auch Agnete kommt wieder zum Zuge. Doch diesmal vertrauen die Black-Metaller auf das Norwegische Radio Orchester samt Chor, die auf der sehr breiten Hallenbühne zur Linken und Rechten positioniert sind, während Dimmu Borgir auf einer Plattform mittig performen. Die Ansagen von Shagrath sind hier auf Norwegisch statt auf Englisch und die Zuschauer vor der Bühne rocken mindestens genauso gut wie die Wacken-Fans. Insgesamt also auch ein sehr gelungener Auftritt.

Wem das alles noch nicht reicht, findet auf der DVD übrigens auch noch eine Dokumentation über die Band und ihre Arbeit mit dem norwegischen Radio-Orchester. Wirklich lohnenswert… Sommerhäuser

Setlist der beiden Live-Shows:

01) Xibir (Orchestra)

02) Born Treacherous

03) Gateways

04) Dimmu Borgir (Orchestra)

05) Dimmu Borgir

06) Chess With The Abyss

07) Ritualist

08) A Jewel Traced Through Coal

09) Eradication Instincts Defined (Orchestra)

10) Vredesbyrd

11) Progenies Of The Great Apocalypse

12) The Serpentine Offering

13) Fear And Wonder (Orchestra)

14) Kings Of The Carnival Creation

15) Puritania

16) Mourning Palace

17) Perfection Of Vanity (Orchestra)

www.facebook.com/dimmuborgir

25 April 2017

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