Amoral – „Alles ergab plötzlich Sinn“

Amoral – „Alles ergab plötzlich Sinn“

Ein junger Musiker, der in einer psychiatrischen Einrichtung in Finnland Selbstmord begeht – diese wahre Geschichte bildet die Basis des neuen Konzept-Albums von Amoral: „In Sequence“. Musikalisch widmet sich das finnische Sextett – nunmehr bereichert um „Rückkehrer“ Niko Kalliojärvi – wieder melodischen, epischen Prog-Metal-Songs. Bandkopf und Gitarrist Ben Varon gewährte uns im Interview einen Einblick in seinen Songwriting-Prozess sowie die Philosophie der Synchronizität.

NEGAtief: Wie hat das neue Jahr 2016 für dich begonnen, Ben? Wie hast du gefeiert?

Ben: Silvester habe ich diesmal nicht so richtig gefeiert. Wir sind die Sache sehr entspannt angegangen, haben zu Hause gechillt und babygesittet. Ich bin nicht so der „Neujahrs-Typ“. Ich mag es nicht, ins Stadtzentrum zu gehen, zumal dort einfach zu viele Menschen sind und jeder mit Feuerwerk um sich schießt. Da bevorzuge ich doch eher den nächsten Tag, wenn alles ruhig ist und niemand herumläuft.

NEGAtief: Du machst dann quasi einen Neujahrsspaziergang?

Ben: Genau. Doch aktuell ist es verdammt kalt hier in Helsinki…

NEGAtief: Ja, davon habe ich gehört. Der Winter ist endlich angekommen und deine Band Amoral wird bald ihr neues Album „In Sequence“ veröffentlichen. Die Songs und Texte hast hauptsächlich du geschrieben. Wie viel Zeit hast du letztlich in deinem Keller verbracht?

Ben: Ich glaube, insgesamt haben wir rund drei Monate gebraucht, um das Album aufzunehmen. Natürlich werkelten wir nicht jeden Tag daran, deshalb war es ein längerer Prozess. Normalerweise brauchen wir sechs Wochen oder zwei Monate, doch diesmal wollte es einfach kein Ende nehmen. Ein Grund dafür war auch das Mitwirken zahlreicher Gastmusiker. Das wollte erst einmal organisiert werden: Termine abgleichen, wer kann wann zu mir ins Studio kommen, wann kann ich zu den Gastmusikern reisen. Doch nach drei Monaten hatten wir alles im Kasten…

NEGAtief: Welche Gastmusiker sind auf dem Album vertreten?

Ben: Jede Menge: Teho Majamäki ist einer der führenden Percussionisten in Finnland und wir wollten ihn bei zwei Songs dabei haben. Dann ist auch mein Kumpel Amine von der Band Acyl, mit der wir 2014 tourten, auf dem Album vertreten. Er spielt Percussions und singt. Doch mein persönliches Highlight ist, dass wir unseren Ex-Gitarristen Silver dazu bewegen konnten, Bass für uns zu spielen. Er ist dieser Tage ohnehin ein Bassist. Amoral hatte er nach „Show Your Colors“ im Jahr 2009 verlassen, glaube ich, um sich fortan anderen Dingen zu widmen. Doch er kam während der Albumaufnahmen zu „In Sequence“ vorbei, um auf einem der Songs Bass zu spielen – das kann er super. Und dann gibt’s da noch…

NEGAtief: …eine Frau.

Ben: Ja, natürlich. Das ist Jonsu von der Band Indica. Ihr gehört die engelsgleiche Stimme im Intro-Song „In Sequence“. Sie hat ihren Job sehr gut gemacht. Es klingt großartig.

NEGAtief: Inwieweit hatten deine Bandkollegen eine Chance, eigene Ideen ins Album „In Sequence“ einzubringen?

Ben: Masi und ich haben einen Song zusammen geschrieben – halbe-halbe. Doch aus irgendeinem Grund stammen die meisten Songs aus meiner Feder. Ich vermute, die anderen Jungs hatten einfach keine Ideen, die zu Amoral gepasst hätten. Nichtsdestotrotz stehen die Türen immer offen! Wenn sie Songs, Riffs oder Ideen haben, können sie mir diese gerne vorstellen. Dieses Mal hatte scheinbar nur ich einen Haufen Ideen und wir zauberten daraus Amoral-Songs.

NEGAtief: Inwieweit hat dir Masi bei der Produktion geholfen?

Ben: Masi war eine große Hilfe. Er saß während der drei Monate sehr oft hier, half mir bei den Aufnahmen, sorgte für klare Signale und eine vernünftige Verkabelung. Während er seine Gitarren aufnahm, kümmerte ich mich um die Produktion. Und während ich meine Gitarren spielte, gab er mir Tipps, was ich besser machen könnte. Er war definitiv mein Co-Pilot. Es hat Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten, er ist verdammt musikalisch und spielt jede Menge verschiedener Instrumente.

NEGAtief: Musstet ihr auch viel diskutieren?

Ben: Nicht wirklich, nein. Ich bin ziemlich überrascht, wie wenig wir uns eigentlich innerhalb dieser Band streiten. Ich stelle den anderen Jungs einen Song vor und finde heraus, ob sie ihn mögen oder nicht. Normalerweise gefallen ihnen meine Songs immer, deshalb wird nicht darüber gestritten, was gut und was schlecht ist. Es geht vielmehr darum, herauszufinden, wer letztlich was spielen wird und was der richtige Sound für die Songs ist.

NEGAtief: Welche Instrumente habt ihr in deinem Studio und welche in einem externen Studio aufgenommen?

Ben: Nun, das Schlagzeug wurde in einem offiziellen Studio eingespielt, Sound Supreme in Hämeenlinna, das wir sehr gerne nutzen, wann immer es möglich ist. Dort gibt es einen großen Raum mit einem tollen Sound für Schlagzeug-Aufnahmen. Juffi und ich sind also dorthin und kümmerten uns zwei, drei Tage um die Drums. Danach wechselten wir in mein Heimstudio und nahmen die Gitarren, den Bass, alle Vocals, Percussions, Masis Saxofon, alle Keyboards, also letztlich alles andere auf.

NEGAtief: Und was haben deine Nachbarn dazu gesagt?

Ben: Gar nichts. Ich glaube, sie haben von der kompletten Albumproduktion keinen Ton mitbekommen, denn das Studio befindet sich im Keller eines alten Holzhauses. Es ist wirklich großartig, dass man draußen nichts hört. Wir haben das extra vorher getestet, die Verstärker voll aufgedreht und sind nach draußen, um zu lauschen. Man konnte wirklich nichts hören. Außerdem haben wir nur tagsüber die Verstärker laut aufgedreht, abends um 9 Uhr war Schluss damit.

NEGAtief: Mit welcher Herausforderung hattet ihr bei der Produktion zu kämpfen?

Ben: Der Vorgänger „Fallen Leaves & Dead Sparrows“ war eigentlich das erste Album, das Masi und ich hauptsächlich allein in unseren Heimstudios produziert haben. Das barg ein gewisses Risiko, denn wir waren uns nicht unserer technischen Fähigkeiten sicher. Doch letztlich konnten wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, was es uns diesmal etwas leichter machte. Außerdem besitzen wir heute besseres Equipment, wir wissen, was wir tun, nachdem wir Janne Saksa lange Jahre in seinem Studio über die Schulter geschaut haben. Wir wissen nun, wie der Hase läuft. Trotzdem stellt die Eigenproduktion eine größere Herausforderung dar, als in einem normalen Studio zu sitzen, wo dich jemand anderes aufnimmt und produziert. Denn dort brauchst du dich nur aufs Gitarrenspiel zu konzentrieren – und das war’s. Wer sich selbst produziert, muss sich nicht nur um das Einspielen seines Instruments kümmern, sondern zugleich den Sound, die ganze Technik im Blick haben… Wenn man sich aber einmal dran gewöhnt hat, ist das gar nicht mal so schlecht. Ich dachte, ich würde es mehr hassen [lacht], doch seit einigen Jahren gefällt mir das Aufnehmen, Produzieren und Werkeln mit Computern.

NEGAtief: Und lass‘ mich raten: Nun bist du ein richtiger Nerd?

Ben: [lacht] Ja, genau, ich bin ein Computer-Nerd, sitze den ganzen Tag vor Pro Tools und versuche herauszufinden, welches Mikrofon am besten zum Marshall-Verstärker passt.

NEGAtief: Hinter „In Sequence“ verbirgt sich ein Konzept-Album, das auf einer wahren Geschichte beruht. Kannst du uns einen Einblick geben?

Ben: Das Konzept basiert auf einer wahren Geschichte über einen jungen Musiker, der sich aufgrund von Alkohol-, Drogen- oder psychischen Problemen – ich weiß es nicht genau – in einer Anstalt befand. Ich weiß nur, dass er dort mit seiner Gitarre eingeschlossen war. Den Kontakt zu anderen mied er. Er blieb die ganze Zeit auf seinem Zimmer und spielte die Gitarre. Er soll ein großartiger Gitarrist gewesen sein. Das konnte man wohl hören, wenn im Sommer das Fenster zu seinem Zimmer offen stand. Doch aus irgendeinem Grund – keiner weiß warum – beging der junge Mann in der Anstalt Selbstmord. Das ist alles, was ich weiß. Mir lagen also lediglich folgende Fakten vor: junger Mann, talentierter Musiker, Anstalt, Selbstmord. Diese Fakten haben mich lange Jahre im Hinterkopf verfolgt, vielleicht weil ich einige Parallelen zwischen mir und dem jungen Mann sah. Die Story hatte ich also stets im Kopf, so dass es einfach Sinn machte, darüber zu schreiben. Und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr erschien mir die Geschichte als gute Basis für ein Konzept-Album. Ich versuchte, eine komplette Welt um diese wenigen Informationen über den Jungen zu bilden: Wer war er? Worüber dachte er nach? Warum hat er sich umgebracht? Was ist mit seinen Eltern, seiner Familie? Hatte er überhaupt eine Familie? Wo waren sie? Wussten sie überhaupt, dass er eingesperrt war? Ich schrieb meine Ideen, verschiedene Worte und Zeilen nieder, konstruierte ein kleines Universum um diesen Jungen herum. Mit der Zeit entwickelte sich aus den Worten und Zeilen eine ganze Geschichte in Form von Songs. Das war ein lanAmoral (1)ger und komplizierter Prozess, denn ich versuchte wirklich, mich in diese Person hineinzuversetzen, die ich niemals getroffen habe…

NEGAtief: …du hast dir versucht vorzustellen, warum er sich letztlich umgebracht hat.

Ben: …was niemals der richtige Weg ist. Doch ganz offensichtlich begehen viele Menschen jedes Jahr Selbstmord, es muss also einen Grund dafür geben. Worüber denken diese Menschen nach und warum fühlen sie sich so schlecht, dass sie nicht mehr weiterleben wollen? Genau das bildet die Basis meiner Geschichte. Zur gleichen Zeit begann ich damit, mich ein bisschen mit dem Thema „Synchronizität“ zu befassen. Ich wollte herausfinden, worum es da eigentlich geht, dass alles der Reihe nach geschieht, dass alles seinen Zweck erfüllt und dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Diese bestimmte Reihenfolge der Dinge. Ich begann also, Bücher darüber zu lesen und mich für eine Weile mehr zu öffnen, denn eigentlich glaube ich nicht so an höhere Mächte im Himmel. Doch warum sollte ich nicht einfach mal für ein paar Monate meine Augen öffnen und den Zynismus hinter mir lassen, dachte ich? Daraufhin war es bisweilen ziemlich beängstigend, wie viel Synchronizität ich plötzlich um mich herum wahrnahm. Einige Male war ich sogar total verängstigt [lacht], denn alles ergab plötzlich Sinn, wow! Vielleicht ist am Ende doch nicht alles Blödsinn? Ich entdeckte also ein wenig die Synchronizität für mich und packte Teile davon in meine Geschichte. Im Grunde ist der Junge in meiner Geschichte ein großer Glaubender und lebt sein Leben nach der Philosophie der Synchronizität. Sie ist seine Leitlinie. Doch eines Tages funktioniert diese Synchronizität für ihn nicht mehr und er weiß plötzlich nicht mehr, was er tun soll…

NEGAtief: Wo hat sich die ursprüngliche Geschichte mit dem jungen Musiker abgespielt?

Ben: In Helsinki. Ein Freund unserer Familie arbeitete in jener Anstalt. Er erzählte mir die Geschichte.

NEGAtief: Nun verstehe ich die Verbindung zwischen den Songs und dem Albumtitel „In Sequence“. Doch worin besteht die Verbindung zum Cover-Artwork, das Aki Siltala kreiert hat?

Ben: Ich lud Aki zu mir nach Hause ein, drückte ihm eine große Tasse Kaffee in die Hand und wir knüpften uns die Geschichte vor – ich erzählte sie ihm, so wie ich sie dir gerade erzählt habe. Ich berichtete ihm von meinen Inspirationen, las ihm verschiedene Textpassagen vor und bewarf ihn mit Ideen, um zu sehen, was geschieht. Ihm kam dann das Cover in den Sinn! Ich sehe in dem Bild – das mag für Aki, aber auch für dich vielleicht anders sein – einen großen Lichtstrahl, der Informationen repräsentiert. Und all diese Informationen, all diese schlechten Neuigkeiten, der ganze Blödsinn wurden für den sensiblen Mann in dem Bild und sein sensibles Leben einfach zu viel. Der große Lichtstrahl scheint direkt aus seinem explodierenden Kopf zu kommen. So sehe ich das. Doch am Ende stellt das Artwork Akis Interpretation meiner Geschichte dar.

NEGAtief: Hast du ihm nur die Geschichte erzählt oder auch Kriterien vorgegeben?

Ben: Ich erzählte ihm lediglich die Geschichte und dann warfen wir noch am gleichen Abend Ideen hin und her.

NEGAtief: In unserem letzten Interview beim Tuska-Festival 2015 sprachen wir bereits ausführlich über Nikos Rückkehr in die Band. Wie habt ihr entschieden, welche Textpassagen von Niko gegrowlt und welche von Ari klar gesungen werden?

Ben: Das ließen wir die Musik für uns entscheiden. Es gab keinerlei Richtlinien, dass am Ende jeder 50 Prozent der Songs singt. Ich hörte mir die Lieder, Musik und Riffs an und wenn sie einfach nach Aggressivität schrien, wusste ich, dass dort Niko growlen wird. Doch generell wollten wir den Fokus auf klaren Gesang setzen, auch wenn Niko zur Band zurückgekehrt ist. Ich denke, die melodische Seite von Amoral ist mittlerweile ein wichtiger Aspekt. Ich wollte nicht wieder komplett zurück zum Growling wechseln. Nikos Gesang ist somit mehr als Spezialeffekt zu sehen, den wir dann einsetzen, wenn es nötig ist und einem Song das „gewisse Etwas“ beschert. Außerdem ist Niko auch als Gitarrist zurückgekehrt. Doch um deine Frage zu beantworten: Die Songs sagen uns, was wir mit ihnen machen müssen.

NEGAtief: Worin besteht die musikalische Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger „Fallen Leaves & Dead Sparrows“?

Ben: Ich denke, „In Sequence“ ist definitiv ein Schwester-Album des Vorgängers. Vor „Fallen Leaves…“ gab es noch „Beneath“ sowie „Show Your Colors“ – und ich denke, diese waren etwas zerstreuter: Hier trafen verschiedene Musikstile aufeinander. Mit dem letzten Album haben wir „unseren Sound“ gefunden, er besteht aus langen Liedern, epischen Liedern sowie progressiven Liedern. Die Stimmung ist düsterer, es gibt mehr Metal- als Hard-Rock-Klänge. Das letzte Album hat uns richtig gut gefallen, ebenso unseren Fans. Deshalb machen wir einfach so weiter, das neue Album lässt sich in die gleiche Kategorie packen. Und doch finden sich auf ihm viele neue Elemente, wenn du mich fragst: zum Beispiel viele verschiedene Instrumente. Und dank Niko ist es härter, während Ari super klar singt. Da ist kein bisschen Rock’n’Roll in seiner Stimme auf diesem Album. Das gefällt mir. Niko kümmert sich um die aggressiven Parts und wenn Ari hinzukommt, wird alles weich und tief…

NEGAtief: Hier duellieren sich wohl Engel und Dämon…

Ben: Ja. [lacht]

NEGAtief: Mit „Rude Awakening“ habt ihr letztes Jahr bereits einen kleinen Vorgeschmack geliefert. Wie reagierten insbesondere Aris Fans?

Ben: Nun, bezogen auf die Kommentare, die ich gelesen habe, schien der Song den meisten Leuten zu gefallen. Einige von Aris Fans denken, seine Stimme sei zu leise gemixt. Ich weiß nicht, ich glaube nicht. So sollte es eigentlich klingen. Die Stimme ist mehr im Hintergrund und düster, nicht zu sehr im Vordergrund. Ich bin mir sicher, einige Leute wollen nur Ari als Sänger hören. Dann wiederum gibt es aber auch Nikos Fans, die Ari nicht auf dem Album hören wollen. Man kann es ihnen nicht allen Recht machen…

NEGAtief: Da das neue Album von seiner Vielfalt lebt, dank der verschiedenen Gastmusiker und Instrumente – was ist deiner Ansicht nach das verbindende Element in den neuen Amoral-Songs, das „In Sequence“ zu einer Einheit macht?

Ben: Das ist eine gute Frage. Ich weiß noch nicht einmal, ob es solch ein Element gibt. Ich hoffe, es existiert eine Art roter Faden, der sich durch das ganze Album zieht. Doch das müssen die Hörer entscheiden, also bitte sagt mir, ob wir an dieser Stelle erfolgreich waren oder nicht. Natürlich ist Aris Stimme solch ein verbindendes Element, doch hoffentlich auch der Stil der Kompositionen sowie die Texte…

NEGAtief: Für Finnland stehen bereits ein paar erste Tourdaten fest. Werdet ihr mit den neuen Songs auch nach Deutschland kommen?

Ben: Es gibt Pläne, doch bisher ist nichts bestätigt. Ich kann also an dieser Stelle leider noch nichts verkünden.

NEGAtief: Wie werdet ihr die Albumveröffentlichung zelebrieren? Gibt es Pläne?

Ben: Eigentlich nicht. Wir haben noch nicht einmal darüber diskutiert. Normalerweise findet bei unserem Helsinki-Konzert stets die Release-Party statt, denn Helsinki ist unsere Heimatstadt. Doch diesmal liegt die Helsinki-Show in der Mitte der finnischen Tour. Deshalb gibt es bisher keine konkreten Pläne für eine Release-Feier.

NEGAtief: Arbeitest du bereits an neuen Songs, nun da „In Sequence“ fertig ist?

Ben: Ja, ich arbeite immer an Songs. Keine Ahnung, ob sie schon fertig sind oder sich überhaupt für Amoral eignen.

NEGAtief: Hast du nicht auch noch eine zweite Band?

Ben: Ja, Alcyona Sky, doch da machen wir andere Musik. Eher 90er/70er Rock und Akustik-Kram. Dann wiederum schreibe ich auch Songs, die nirgendwo reinpassen, so dass ich sie nicht benutze. Doch generell werkle ich stetig an neuen Riffs und lyrischen Ideen…

NEGAtief: Mir ist zu Ohren gekommen, dass du aktuell Gitarrenunterricht zu Hause und auch via Skype gibst…

Ben: Ja, online und auch hier in meinem Heimstudio. Bereits vor vielen Jahren habe ich Gitarrenunterricht gegeben, doch dann hatte ich zu viel mit der Arbeit zu tun. Nun habe ich zwischen Amoral und meinen Jobs endlich mal wieder ein bisschen Zeit. Mir gefällt es, zu unterrichten, das macht Spaß, besonders für Leute, die meine Musik mögen. Dann habe ich das Gefühl, ich kann dieses jungen Menschen etwas bieten, die nach Techniken und Melodien fragen. Ich helfe ihnen bei den Riffs und Soli.

NEGAtief: Welche anderen Gitarristen bewunderst du?

Ben: Oh, da gibt es viele. Meine liebsten Gitarristen auf der ganzen Welt sind Slash, Randy Rhoads, Dimebag Darrell…von diesen Jungs habe ich wohl mehr Licks geklaut, als ich eigentlich erzählen sollte. [Gelächter]

NEGAtief: Gibt es eigentlich auch Tage in deinem Leben, an denen du die Gitarre einfach mal stehen lässt?

Ben: Vermutlich, doch nicht allzu viele. Nur hin und wieder mal, wenn wir etwa samstagabends spät von einem Gig in Helsinki nach Hause kommen, dann schlafe ich gerne am nächsten Tag aus und verbringe den kompletten Sonntag mit meiner Familie.

English Version

Interview: Lea Sommerhäuser
News-Bild: © Valtteri Hirvonen

www.amoralweb.com

22 Januar 2016

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